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-Zum Tod von Marlis Bredehorst-
Eine Hoffnungskünstlerin verabschieden

Am 11. Oktober ist Marlis Bredehorst gestorben.
In der vergangenen Woche haben wir auf dem Südfriedhof Abschied von ihr nehmen müssen. Ihr Tod ist nichts, was die Menschen, die sie kannten, nur irgendwo am Rande wahrnehmen konnten. Mit Marlis ist eine starke, sichtbare, nachdrückliche, überzeugende, kluge, liebenswürdige und humorvolle Frau gegangen, die an vielen Stellen gleichzeitig unersetzbar ist. Ganz besonders
in ihrer Familie mit ihrer Ehefrau Pfarrerin Eli Wolf und ihren beiden Kindern.


Sie kam aus Hamburg, war Juristin, Soziologin und Kölns erste Grüne Beigeordnete
für Soziales, Umwelt, Integration, Inklusion, Gesundheit, Lesben, Schwule und Trans. Als Staatssekretärin gestaltete sie die Landespolitik mit, Lehraufträge an Hochschulen folgten. Von 2014 an war sie zwei Jahre lang Vorsitzende der Grünen in Köln.


Marlis Bredehorst wirkte im Kreissynodalvorstand des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte mit und engagierte sich ab 2015 im Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Köln nachdrücklichst für Gleichstellung und andere gesellschaftspolitische Belange – seit 2016 als Finanzkirchmeisterin. Ein Jahr später wählte die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland sie in nebenamtlicher nichttheologischer Funktion in die Kirchenleitung.
Ihre Ämter musste sie im Mai dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

Wofür sie brannte, das wird bleiben. „Mit ihrer Sensibilität für liturgische Sprache, ihrem engagierten Eintreten für Geschlechtergerechtigkeit sowie ihrem konsequenten Eintreten gegen jede Form von Diskriminierung in Kirche und Gesellschaft hat sie dazu beigetragen, das inhaltliche Profil der Arbeit unserer Kirche zu schärfen“, schrieb der Präses
der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, an Marlis‘ Frau Eli.

Marlis hat beigetragen wie kaum eine andere – sie war eine überaus erfolgreiche Weltverbesserin, die mit und für die verschiedensten Menschen gekämpft hat. Während die engsten Angehörigen in der Kapelle Abschied nahmen, verfolgten
viele von ihnen die Trauerfeier über Lautsprecher im Regen mit: Vertreter*innen der Stadt Köln, der Landeskirche und des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Wegbegleiter*innen, Kolleg*innen und Freund*innen.

Die richtigen Worte für einen ungewollten Abschied zu finden, ist gar nicht einfach. Marlis ist mit 64 Jahren viel zu früh gestorben. Bürgermeisterin Henriette Reker, Pfarrerin Dorothee Schaper und die Pfarrer Mathias Bonhoeffer und Christoph Rollbühler kannten Marlis Bredehorst gut und lange genug, um sie für alle so zu beschreiben, wie sie war.

Als kluge, starke, umtriebige und kampfeslustige Frau, die ihr Leben in hohem Tempo lebte“, wie Henriette Reker sie schon
als ihre Vorgängerin im Dezernat kennengelernt hatte: „Sie wird als Gesprächspartnerin, Schwester im Geiste und Freundin fehlen, uns aber durch viele mutige und wegweisende Entscheidungen sehr sichtbar erhalten bleiben.“

Als eine Frau mit Gespür und Mitgefühl für die verletzlich und ungeschützt Lebenden, die die Vielfalten der Menschheit in Respekt miteinander leben sehen wollte. „In Würde auf Augenhöhe“, so wie Dorothee Schaper sich an sie erinnert.

Für Mathias Bonhoeffer „… als lebenslange Widerstandskämpferin, die nicht verloren hat. Sie hinterlässt eine Lücke.
Aber in allem, was sie geleistet hat, wird sie sichtbar bleiben.“

Als Hoffnungskünstlerin, deren Glas immer voll war – wie Christoph Rollbühler sie beschreibt. „Sie fehlt als Lebensfrau für Eli, als Mutter für David und Luisa. Sie fehlt uns allen, weil auch wir alle gerade diesen wachen Geist gut brauchen könnten.
Aber ihre Hoffnung lebt.“

Für Marlis Bredehorst war Gleichberechtigung aller ein Herzensanliegen.
Sie konnte gar nicht aufgeben. Jemand wie sie wird immer fehlen.
Vor allem natürlich ihrer Familie, ihr gilt unser Mitgefühl.
Wir betrauern euren Verlust mit euch.

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Die Hoffnung führt nicht ins Leere, denn die Liebe Gottes ist in unser Herz gegossen.
(Römer 5,5)

Wer möchte, spendet im Sinne von Marlis Bredehorst für das kirchliche Flüchtlingsschiff
„Sea-Watch 4“: Sea-Watch e.V., IBAN: DE77 1002 0500 0002 0222 88, Kennwort: Marlis Bredehorst



Danken - aber WOFÜR?
Erntedankgottesdienst mit Diakon Andreas Mittmann



Unsere Seel-Sorge für Sie



Herzlich willkommen: Pfarrer Tim Lahr



Tag 30 der Quarantäne - Der Pfarrer allein in der Kirche