Gottesdienst mit Abendmahl zur Jahreslosung 2020

Herzliche Einladaung zum Gottesdienst mit Abendmahl zur Jahreslosung 2020 "Ich glaube; hilf meinem Unglauben" am Sonntag, 5. Januar, 10 Uhr, in der Thomaskirche im Agnesviertel, Lentstraße/ Ecke Neusser Wall. Liturgie: Pfarrerin Eva Esche. Im Anschluss gibt es Kirchcafé.
Gottesdienst mit Abendmahl zur Jahreslosung 2020

Es ist eine Zeit der Veränderung, in der wir leben. Natürlich ist es das immer, weil es nie Stillstand gibt. Dennoch erleben wir beim Blick in die Welt sehr stark, wie Haltungen und Werte sich verschieben. Die schleichende Akzeptanz von Antisemitismus, die erstarkenden rechten Parteien in vielen europäischen Ländern genauso wie bei uns, die vielen und eindeutigen Hilferufe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Sachen Klima lassen uns mit Sorgen zurück. Was wird aus unserem Land? Aus Europa? Was wird aus dem Planeten? Sind wir stark genug, die zerstörenden Kräfte aufzuhalten? Können wir Freiheit und die Natur bewahren?
Die Jahreslosungen der Herrnhuter Brüdergemeine werden mit einem langen Vorlauf ausgesucht. Es ist verblüffend, wie genau sie oft passen. Für das kommende Jahr lesen wir: "Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!" Diese Worte aus dem Markusevangelium 9,24 sind der Hilferuf eines Vaters, der seinen Sohn zu Jesus bringt. Von Geburt an leidet der Sohn an einer Krankheit. Alles habe er versucht, sagt der besorgte Vater, aber der unreine Geist wollte nicht ausfahren. "Wenn du kannst..., dann..." Jesus antwortet fast gelassen auf die Verzweiflung des Vaters: "Wenn ich kann?, sagst du? Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt!" Mit ruhiger Hand und tiefem Vertrauen lässt Jesus die Todeskräfte in dem Jungen noch einmal zucken, dann sind sie weg und der Junge ist geheilt.
Ja, wir können verändern. Die Voraussetzung dafür ist das Gegenteil von Angst. Wenn wir Angst haben, stehen wir still, lauern, warten und ziehen uns zurück. Wenn wir Vertrauen leben, wagen wir Ungesagtes laut werden zu lassen, stellen wir uns in den Wind, lüften und befreien. Glaube meint Vertrauen. Wenn wir vertrauen, können wir Berge versetzen. Der Gott der Bibel ist kein Kuschelgott. Er wirft sich für seine Menschen und seine Schöpfung in das Getümmel von Leben und Tod. Und siegt! Diesen Gott haben wir im Rücken, wenn wir sagen: Ich glaube, ich vertraue!

Ja, es ist eine Zeit der Veränderung. Umso wichtiger, dass wir voller Achtsamkeit auf uns selbst mit klarem Blick und klarer Haltung uns der Spaltung der Gesellschaft entgegenstellen. Lasst uns reden, diskutieren, wahr- und ernstnehmen. Lasst uns unseren Planeten heilen. Wenn nicht für uns, dann für unsere Kinder.

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